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Erläuterung der Bleiakkumulationstypen: Nassbatterien, AGM-Batterien und Gelbatterien im praktischen Einsatz

Veröffentlichungsdatum: 25.12.2025

Im sich rasant entwickelnden Bereich der Energiespeicherung wird die Blei-Säure-Technologie häufig als Relikt der Vergangenheit abgetan. Diskussionen konzentrieren sich oft auf neuere Batterietechnologien und bezeichnen Blei-Säure als “veraltet”. Diese Sichtweise wird jedoch den betrieblichen Realitäten kritischer Infrastrukturen weltweit nicht gerecht. In USV-Räumen, Telekommunikationsbunkern, industriellen Notstromsystemen und selbst in komplexen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien ist die Blei-Säure-Batterie aus einem grundlegenden Grund weiterhin dominant: Sie ist ein bewährtes, zuverlässiges und kostengünstiges Arbeitstier. Anstatt sich auf das Alter der Technologie zu konzentrieren, fokussiert sich die moderne Technik auf die anwendungsspezifische Auswahl. Die Wahl der richtigen Variante – ob Nass-, AGM- oder Gelbatterie – entscheidet darüber, ob ein System vorzeitig ausfällt oder ein Jahrzehnt zuverlässig funktioniert.

Erläuterung der Bleiakkumulationstypen: Nassbatterien, AGM-Batterien und Gelbatterien im praktischen Einsatz

Der traditionelle Arbeitspartner: Geflutete Blei-Säure-Batterien

Geflutete Batterien stellen die ursprüngliche Bauweise der Blei-Säure-Technologie dar. Charakteristisch für diese Batterien ist der flüssige Elektrolyt, der sich frei im Batteriegehäuse bewegt. Sie zeichnen sich durch ihre Transparenz und die geringen Anschaffungskosten aus. Da der Elektrolyt zugänglich ist, können Wartungsteams die Dichte überwachen und bei Bedarf Wasser nachfüllen, um die optimale Funktion der Batterie zu gewährleisten.

In großen Industrieanlagen wie Kraftwerken und Umspannwerken sind Nassbatterien oft die bevorzugte Wahl. Dort sind in der Regel bereits spezielle Wartungsprotokolle und Belüftungssysteme vorhanden. Der Hauptvorteil von Nassbatterien liegt in ihrer Langlebigkeit und Zuverlässigkeit; bei ordnungsgemäßer Wartung bieten sie eine außergewöhnlich lange Lebensdauer. Sie sind jedoch keine wartungsfreie Lösung. Sie müssen senkrecht aufgestellt werden, um Leckagen zu vermeiden, und in gut belüfteten Bereichen untergebracht werden, um die beim Laden entstehenden Gase abzuführen. Für Anlagen mit der entsprechenden Infrastruktur sind Nassbatterien nach wie vor die wirtschaftlichste Langzeitspeicherlösung.

AGM-Technologie: Der Standard für moderne Notstromversorgung

Die AGM-Batterie (Absorbent Glass Mat) wurde entwickelt, um die logistischen und ökologischen Einschränkungen herkömmlicher Nassbatterien zu überwinden. Durch die Einschließung des Elektrolyten in speziellen Glasfasermatten schufen die Hersteller eine “versiegelte” oder VRLA-Batterie (Ventilgeregelte Blei-Säure-Batterie), die praktisch wartungsfrei ist. Diese Innovation revolutionierte den Einsatz von Batterien in Gewerbebetrieben. Da AGM-Batterien nicht auslaufen und kein Wasser nachgefüllt werden muss, können sie in verschiedenen Ausrichtungen und in Standard-Geräteschränken neben empfindlicher Elektronik installiert werden.

AGM-Batterien sind aus mehreren wichtigen Gründen der Industriestandard für unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme (USV) und Rechenzentren:

• Hohe Abflussraten: Sie können hohe Stromimpulse liefern, was in den ersten Sekunden eines Stromausfalls, bevor ein Generator anspringt, von entscheidender Bedeutung ist.

• Niedriger Innenwiderstand: Dies ermöglicht ein schnelleres Laden und eine effizientere Stromversorgung unter hoher Last.

• Erhöhte Sicherheit: Durch die geschlossene Bauweise wird das Risiko von Säurelecks minimiert und die Gasemissionen reduziert, wodurch sie sich ideal für den Einsatz in Telekommunikationsschränken und Büroumgebungen eignen.

Auch wenn die Anschaffungskosten für AGM-Batterien höher sein mögen als für geflutete Zellen, sind sie aufgrund des Wegfalls von Wartungsarbeiten und der flexiblen Installationsmöglichkeiten die praktischste Wahl für die meisten modernen kommerziellen Backup-Anwendungen.

Gelbatterien: Zuverlässigkeit in rauen und abgelegenen Umgebungen

Gelbatterien werden oft zusammen mit AGM-Batterien als “verschlossene” Batterien bezeichnet, ihre interne Chemie ist jedoch für völlig andere Anforderungen ausgelegt. Durch die Zugabe von Kieselsäure zum Elektrolyten wird dieser in eine dickflüssige, gelartige Substanz umgewandelt. Diese Bauweise ist nicht auf schnelle Leistungsabgabe optimiert, sondern auf extreme Langlebigkeit und Zyklenfestigkeit.

Die einzigartigen Eigenschaften der Gel-Technologie machen sie zur ersten Wahl für netzunabhängige und erneuerbare Energiesysteme. Da der gelierte Elektrolyt unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen ist, eignen sich diese Batterien für den Einsatz in Telekommunikationsanlagen im Freien oder in Solaranlagen in der Wüste, wo AGM- oder Nassbatterien austrocknen oder ausfallen könnten. Darüber hinaus bewältigen Gelbatterien Tiefentladungen (bei denen ein hoher Prozentsatz der Batteriekapazität genutzt wird) deutlich besser als andere Blei-Säure-Batterien. Sie sind äußerst resistent gegen Schichtung – eine häufige Fehlerursache, bei der sich Säure am Boden der Zelle absetzt – und gewährleisten so eine stabile Leistung über viele Jahre im täglichen Betrieb. Allerdings erfordern sie präzises Laden; zu hohe Spannung kann zur Blasenbildung im Gel und damit zu dauerhaftem Kapazitätsverlust führen.

Strategische Auswahl: Anpassung der Batterie an die Umgebung

In der professionellen Systemintegration gibt es keine “beste” Batterie, sondern nur die beste Batterie für die jeweilige Umgebung. Der Projekterfolg hängt davon ab, die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Batterie mit den betrieblichen Anforderungen des Standorts in Einklang zu bringen. In der Praxis orientiert sich die Entscheidungsmatrix an folgenden Kernpunkten:

1. Kontrollierte Industrieanlagen: Nassbatterien sind ideal, wenn regelmäßige Wartung möglich ist und niedrige Kosten Priorität haben.

2. Infrastruktur in Innenräumen: AGM-Batterien sind aufgrund ihrer Sicherheit, hohen Leistungsfähigkeit und Wartungsfreiheit die erste Wahl für USV-Anlagen und Rechenzentren.

3. Abgelegene oder extrem hitzeintensive Standorte: Gelbatterien eignen sich hervorragend für den Einsatz in erneuerbaren Energien und in abgelegenen Telekommunikationsanlagen, wo Tiefentladefähigkeit und Umweltbeständigkeit unerlässlich sind.

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